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Wohn- und Siedlungsformen

WohnsiedlungenSo vielfältig wie die Wohnbedürfnisse verschiedener Menschen sind auch die Wohn- und Siedlungsformen. Sie können in gewisser Hinsicht als „Materialisierung“ von Bedürfnissen und Möglichkeiten betrachtet werden. Am engsten ist dieser Zusammenhang bei Einfamilienhäusern, welche oft eine massgeschneiderte Antwort auf die Bedürfnisse einer Bauherrschaft und daher besonders beliebt sind. Bei grösseren Gesamtüberbauungen ist der Zusammenhang zwischen Wohnbedürfnissen und Wohnformen weniger direkt, weil sich hier der Käufer oder Mieter seine Wohnform auf dem Wohnungs- oder Immobilienmarkt aussucht.

Grosse Teile des Lätti-Quartier sind eine Art Zwischenform: Hier sind Einfamilienhäuser in verdichteter Form als Gesamtanlage mit allgemein zugänglichen Grünflächen und Erschliessungsräumen erstellt worden. Für die Wohnqualität und das Wohlbefinden sind nicht nur die einzelnen Wohnungen oder Häuser wichtig, sondern auch das Umfeld, die Außenräume und deren Nutzbarkeit.

Wohn- und Siedlungsformen lassen sich anhand verschiedener Merkmale charakterisieren:

  • Wohnungs- und Gebäudetypen: Die einzelnen Wohneinheiten können in mehr oder weniger verdichteter Form nebeneinander stehen oder sie können wie bei Mehrfamilienhäusern vertikal übereinander liegen. Je nach Wohn- und Gebäudetypen ändert sich auch die Bedeutung und Qualität des Wohnumfeldes.
  • Wohnumfeld: Das können z.B. private Hausvorplätze, gemeinschaftliche Spiel- und Grünflächen oder Erschliessungsanlagen sein. Je nach Siedlungsform sind die Anteile an privaten, gemeinschaftlichen oder öffentlichen Bereichen sehr unterschiedlich: In Einfamilienhausquartieren dominiert das private Wohnumfeld, während in Mehrfamilienhaussiedlungen die gemeinschaftlichen Flächen wichtiger sind.
  • Erschliessung, Parkierung: Die Erschliessungs- und Parkierungslösung ist eng verknüpft mit der Siedlungsform: Auch hier gibt es eher private (Einfamilienhausquartiere) oder eher gemeinschaftliche Lösungen (Mehrfamilienhaussiedlungen).
  • Wohnstandort: Hier ist vor allem die Distanz zu Versorgungseinrichtungen (Läden, Dienstleistungen), Schulen aber auch zu Naherholungsräumen wichtig. Ein ebenfalls wichtiger Standortfaktor ist die Distanz zu Stationen des öffentlichen Verkehrs oder, wie im Fallbeispiel, die Nähe zum Autobahnzubringer.
Kater

Lernziele

  • Die Schülerinnen und Schüler lernen am Beispiel des Lätti-Quartiers eine bestimmte Wohn- und Siedlungsform kennen (individuell verdichteter Einfamilienhausbau) und diskutieren Fragen der Wohnqualität.
  • Die Schülerinnen und Schüler analysieren anhand bestimmter Aspekte das Lätti-Quartier und lernen Kriterien kennen, die zur Beurteilung von Wohn- und Siedlungsqualitäten wichtig sind.
  • Die Schülerinnen und Schüler vergleichen das Lätti-Quartier mit anderen Wohnquartieren und erkennen, dass zur Beurteilung der Qualität von Siedlungen Form und Nutzbarkeit von Außenräumen eine wichtige Rolle spielen.
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