Jede Sekunde wird in der Schweiz rund 1 m2 Boden überbaut. Dazu braucht es Baumaterialien. In früheren Jahrhunderten waren dies vorwiegend Holz, Bruchsteine, Kalk und Lehm. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat ein neuer Baustoff den Hoch- und Tiefbau revolutioniert: der Beton. Er ist sehr dauerhaft, weist eine hohe Festigkeit und gute Schall- und Wärmeisolation auf, kann auf unterschiedlichste Weise verarbeitet werden und ist erst noch kostengünstig. Ob Schulhäuser, Rollbahnen, Hausfundamente, Brücken oder Tunnel, praktisch jedes moderne Bauwerk wird heute zumindest teilweise aus Beton gebaut. Ein Kubikmeter Beton setzt sich aus 2000 kg Kies und Sand, 300 kg Zement und 150 Liter Wasser zusammen.
In der Schweiz werden jährlich rund 20 Millionen Kubikmeter Kies abgebaut. Grösstenteils stammt der Kies aus nacheiszeitlichen Schotterablagerungen. Daneben spielt auch der Kiesabbau in Flüssen und Flussmündungen eine Rolle. Kies und Sand gehören zu den wichtigsten Rohstoffen der Schweiz, ihr Abbau ist von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung. Die in der Nacheiszeit abgelagerten Vorkommen sind zwar gross aber begrenzt. Nur der Flusskies stellt eine sich erneuernde Ressource dar. Die Reuss beispielsweise lagert jährlich rund 100'000 m3 Kies im Vierwaldstättersee ab. Um die Ressource Kies zu schonen, gewinnt das Recycling von Baumaterialien an Bedeutung. Der Anteil der Recyclingbaustoffe am verbauten Material liegt in der Schweiz inzwischen bei über 10%.
Wo gebaut wird, fällt oft auch beträchtliches Aushubmaterial an. Kiesgruben dienen nicht nur als Baustofflieferanten, sondern auch zur Ablagerung sauberen Aushubs. Sie haben dadurch eine wichtige Doppelfunktion im Kreislauf der Baustoffe. Kiesabbau und Aushubablagerung verursachen den Transport riesiger Materialmengen und damit in der Regel einen intensiven Lastwagen- und im Falle des Rafzerfeldes auch Bahnverkehr.