raumplanungmachtschule

Steuerung durch die Raumplanung

RaumplanungIn den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts erlebten Einkaufszentren einen ersten Boom. Als Reaktion auf Spreitenbach, Shoppyland etc. wurde der Bau von grösseren Einkaufszentren in zahlreiche Kantone verboten oder zumindest stark eingeschränkt. Die Wirtschaftskrise der 90er Jahre aber auch veränderte Konsumgewohnheiten führten in den 90er Jahren in den meisten Kantonen zu einer Lockerung dieser Restriktionen.

Auch der Gäupark hat seine Wurzeln in den 70er Jahren. 1973 errichtete die Waro neben dem Autobahndreieck Egerkingen ein erstes Einkaufszentrum. Mitte der 90er Jahre wollte ein Solothurner Unternehmer neben der Waro einen Blumen- und Freizeitmarkt - den Gäupark - errichten. Gleichzeitig bekundete auch die Waro Pläne zur Vergrösserung ihres Einkaufszentrums. Der VCS Solothurn wehrte sich aus Furcht vor der Verkehrszunahme und Luftbelastung gegen die beiden Vorhaben. Dank der Vermittlung des Kantons konnte eine Lösung mit verschiedenen Begleitmassnahmen gefunden werden, die es schliesslich erlaubte, den Gäupark zu bewilligen und zu realisieren.

Das Beispiel Gäupark bietet reichen Stoff, um sich mit dem Einfluss der Raumplanung auf die Projektierung und Realisierung von Einkaufszentren auseinander zu setzen:

  • Es handelt sich um ein grosses Bau- und Nutzungsvorhaben mit vielfältigen Auswirkungen auf die Umgebung und die Umwelt. Zu dessen Realisierung braucht es auch ausserordentliche Instrumente und Verfahren.
  • Es sind verschiedene private und öffentliche Akteure mit ihren wirtschaftlichen oder ideellen Interessen beteiligt. Lösungen sind oft Kompromisse, welche am Verhandlungstisch gefunden werden müssen. Wer verfolgt hier welche Interessen und verfügt über welche Einflussmöglichkeiten?
  • Die Gemeinden und der Kanton haben die Ziele der Raumplanung umzusetzen. Worum geht es dabei? Welche Instrumente stehen der Gemeinde und dem Kanton zur Durchsetzung zur Verfügung?
  • Der Weg von der ersten Projektidee bis zur Baubewilligung kann – wie beim Gäupark – lange sein kann. Es müssen Planungsinstrumente erarbeitet und Verfahrensschritte eingehalten werden. Betroffene und Verbände können mittels Einsprachen Einfluss nehmen. Wie sehen solche Planungsabläufe und damit verbundene Verfahren aus? Wer ist daran beteiligt? Wer entscheidet?

Lernziele:

  • Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass bei Raumplanungsaufgaben stets unterschiedliche Akteure und Interessen im Spiel sind und Lösungen nicht in erster Linie ‚am Reissbrett’ sondern in der Auseinandersetzung unter den Akteuren gesucht werden müssen.
  • Die Schülerinnen und Schüler kennen die Ziele der Raumplanung und die wichtigsten Instrumente auf Stufe Gemeinde und Kanton zu ihrer Durchsetzung.
  • Die Schülerinnen und Schüler kennen die wichtigsten Schritte von der Projektidee bis zur Baubewilligung und die Möglichkeiten von Betroffenen (Nachbarn oder legitimierte Verbände) im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren Einfluss zu nehmen.
  • Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Raumplanung und Umweltfragen eng miteinander zusammenhängen und kennen die wichtigsten umweltrelevanten Themen, die beim Einkaufszentrum Gäupark von Bedeutung sind.
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