Auf Grund der veränderten Konsumbedürfnisse und Einkaufsangebote hat sich in vielen Dörfern und Quartieren die Nahversorgung verschlechtert. Im Kanton Wallis zum Beispiel ist die Zahl der Gemeinden ohne Lebensmittelladen zwischen 1988 und 1996 von 9 auf 20 gestiegen. Gleichzeitig haben sich die Verkaufsflächen im Kanton verdoppelt. Die Einkaufswege werden länger und häufiger mit dem Auto zurückgelegt. Problematisch wird dies für Personen, welche auf Grund ihres Alters oder mangels Fahrzeug in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Nachteilig ist der Trend zum Einkaufen mit dem Auto aber auch für die Innenstädte, wo das Parkplatzangebot meist begrenzt ist, die Parkplätze kostenpflichtig sind und in einiger Distanz zu den Einkaufszielen liegen. Hohe Mieten und räumliche Einschränkungen erschweren den Detailhändlern in der Innenstadt zusätzlich das Bestehen im harten Wettbewerb. Innenstadtvereinigungen warnen vor der Verödung der Innenstädte.
Das Bundesamt für Raumentwicklung ARE geht davon aus, dass inzwischen bereits 10% der Fahrleistungen des motorisierten Individualverkehrs durch publikumsintensive Einrichtungen (Einkaufszentren, Fachmärkte, Freizeit- und Vergnügungsparks) verursacht werden. Einkaufszentren suchen gut erreichbare Standorte in Agglomerations- und Autobahnnähe. Diese Gebiete weisen aber oft bereits eine hohe Verkehrs- und Luftbelastung auf. Entsprechend ist der Einkaufsverkehr ein wichtiger Streitpunkt bei der Bewilligung neuer Einkaufszentren.
