raumplanungmachtschule

Einkaufszentrum - Einkaufen am Beispiel des Gäuparks

GaeuparkDer Gäupark im solothurnischen Egerkingen gehört mit seiner Fläche von 42'000 m2 zu den grossen Einkaufszentren der Schweiz. Sein Angebot umfasst heute nach mehreren Ausbauetappen 53 Geschäfte, 5 Restaurants und 1670 Parkplätze. Werktags strömen rund 10’000 Personen in den Gäupark, an Samstagen können es auch 15'000 Personen sein. Die 250'000 Solothurnerinnen und Solothurner besucht demnach im Durchschnitt 1 bis 2 mal pro Monat dieses Einkaufszentrum. Der Gäupark versteht sich nicht nur als Einkaufszentrum sondern auch als Erlebnispark und versucht, mit zahlreichen Events und Aktionen Besucher anzuziehen.

Das Einkaufszentrum Gäupark zeigt beispielhaft, wie sehr sich der Konsum und das Einkaufen in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Einkaufszentren boomen in allen bevölkerungsreichen Regionen der Schweiz. Sie ziehen eine grosse Kundschaft an und erzeugen entsprechend viel Verkehr. Dies wirft Fragen zu den Auswirkungen auf unseren Lebensraum auf:

  • Sind Konsum, Freizeit und Erholung bald nicht mehr auseinander zu halten?
  • Bedrohen Einkaufszentren die Dorfläden und Geschäfte in den Innenstädten? Was bedeutet dies für Leute, die nicht (auto-) mobil sind?
  • Beschert uns der Einkaufsverkehr noch mehr Staus auf Strassen- und Autobahnen?
  • Sind neue Einkaufszentren in Agglomerations- und Autobahnnähe, wo die Luftbelastung bereits kritische Werte erreicht, noch zulässig?
  • Wie geht die Raumplanung mit Einkaufszentren und deren räumlichen Auswirkungen um?

Das Beispiel Gäupark bietet anschauliches Material, um mit Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II das Thema Einkaufen, seine räumlichen Auswirkungen und die Einflussnahme durch die Raumplanung zu thematisieren. Die Materialien zum Fallbeispiel enthalten nebst Informationen zum Gäupark auch viele Dokumente zu gesamtschweizerischen Entwicklungen, welche die Fallstudie auch für Klassen ausserhalb des Kantons Solothurn interessant machen. Das Fallbeispiel ist in die vier Themenbereiche gegliedert:

  • Einkaufsverhalten
  • Einkaufsangebote
  • räumliche Auswirkungen
  • Steuerung durch die Raumplanung

Allgemeine Lernziele des Fallbeispiels

  • Die Schülerinnen und Schüler kennen die Trends, die das Einkaufsverhalten heute prägen. Sie können ihr eigenes Einkaufsverhalten in dieses Bild einordnen und verstehen, dass sich die Einkaufsentscheide der Konsumentinnen und Konsumenten zu Kundenströmen summieren.
  • Die Schülerinnen und Schüler verstehen die Entwicklungen im Detailhandel als ein Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Sie können Einkaufszentren in diese Entwicklung einordnen.
  • Die Schülerinnen und Schüler kennen die Standortanforderungen und die räumlichen Auswirkungen von Einkaufzentren. Sie verstehen die Relevanz von Einkaufszentren und publikumsintensiven Anlagen für die Raumplanung.
  • Die Schülerinnen und Schüler kennen die wichtigsten kommunalen, kantonalen und nationalen Raumplanungsaufgaben und -instrumente und können deren Rolle für die Bewilligung von Einkaufszentren benennen.
Kater